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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die durch starke Schwankungen von Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen gekennzeichnet ist. Betroffene können plötzliche Gefühlsausbrüche erleben und unter Identitätsunsicherheit leiden. Oftmals haben sie große Angst vor dem Verlassenwerden in ihren Beziehungen und zeigen ein wechselhaftes Verhalten. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung beginnt typischerweise im frühen Erwachsenenalter und kann sich bei entsprechender Behandlung im Laufe der Zeit bessern. Auch wenn die genauen Ursachen der BPS unbekannt sind, spielen Faktoren wie genetische Veranlagung, Gehirnchemie und belastende Kindheitserlebnisse wahrscheinlich eine wesentliche Rolle. Die Störung kann zu Problemen wie schulischem oder beruflichem Scheitern, riskantem Verhalten, Beziehungskonflikten, rechtlichen Schwierigkeiten und Selbstverletzungen führen. Zudem tritt sie häufig gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen auf, darunter Alkohol- oder Substanzmissbrauch, Depressionen und Angststörungen. Die Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung stützt sich vorwiegend auf die  Dialektisch-Behaviorale Therapie und weitere psychologische Therapieformen wie z. B. verhaltenstherapeutische Ansätze, parallel je nach Schweregrad und Beschwerden mit oder ohne  Medikamenten. 

Was ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die durch plötzliche Stimmungsschwankungen und Verhaltensänderungen gekennzeichnet ist. Betroffene können eine instabile Einstellung sowohl zu sich selbst als auch zu ihrem Umfeld zeigen. Insbesondere in zwischenmenschlichen Beziehungen legen sie oft extreme Verhaltensweisen an den Tag – etwa indem sie andere idealisieren oder abwerten. Während sie bisweilen sehr selbstbewusst wirken mögen, können sie rasch von Suizidgedanken eingenommen werden und eine Neigung zu selbstschädigendem Verhalten aufweisen. Die Erkrankung führt dazu, dass Betroffene ständig Gedanken und Verhaltensweisen erleben, die sich an der Grenze zwischen Extremen bewegen. Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben eine ausgeprägte Angst davor, verlassen oder allein gelassen zu werden. Aufgrund starker Verhaltensschwankungen können sie jedoch andere von sich stoßen und in die Isolation geraten, obwohl sie sich nach dauerhaften Beziehungen sehnen. Aufgrund der Natur dieser Persönlichkeitsstörung fällt es Betroffenen mitunter schwer, eine Behandlung anzunehmen. Es kann vorkommen, dass sie einer Therapie an einem Tag zustimmen und sie am nächsten ablehnen oder Schwierigkeiten haben, ihrem Therapeuten zu vertrauen. Aus diesem Grund ist die Unterstützung durch enge Angehörige und Freunde für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung von entscheidender Bedeutung.

Was verursacht eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die genaue Ursache der Borderline-Persönlichkeitsstörung ist nicht vollständig geklärt. Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Ursachen erblich bedingt sein oder mit Traumata zusammenhängen können.

Zu den Faktoren, die zur Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung beitragen können, gehören:

  • Genetische Veranlagung

  • Strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn

  • Traumata in der Kindheit

  • Verlust eines Elternteils in der Kindheit

  • Dysfunktionales familiäres Umfeld

  • Substanzmissbrauch bei den Eltern

Genetische Veranlagung: Persönlichkeitsstörungen können vererbt werden oder stark mit anderen psychischen Erkrankungen innerhalb der Familie in Verbindung stehen. Mit anderen Worten: Personen, deren nahe Angehörige – etwa Mutter, Vater oder Geschwister – eine Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt haben, tragen ein höheres Risiko, selbst an dieser Störung zu erkranken.

Strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn: Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung Veränderungen in bestimmten Hirnregionen vorliegen, die mit Emotionsregulation, Impulsivität und Aggression in Zusammenhang stehen. Zudem kann der Körper bestimmte Botenstoffe im Gehirn, wie etwa Serotonin, die zur Stimmungsregulation beitragen, möglicherweise nicht richtig verwerten.

Trauma in der Kindheit: Faktoren, die die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen – wie etwa eine belastende Kindheit –, können das Risiko erhöhen, eine Borderline-Persönlichkeitsstörung zu entwickeln. Viele Betroffene berichten von sexuellem oder körperlichem Missbrauch sowie Vernachlässigung während ihrer Kindheit.

 

Verlust eines Elternteils in der Kindheit: Bei einigen Betroffenen kam es in jungen Jahren zum Verlust eines Elternteils oder einer primären Bezugsperson – oder zu einer Trennung von diesen. Auch bei Kindern, die in Pflegefamilien untergebracht waren, wurde eine Borderline-Persönlichkeitsstörung beobachtet.

 

Dysfunktionales familiäres Umfeld: Es wurde festgestellt, dass ein familiäres Umfeld, das von anhaltenden, feindseligen Konflikten und instabilen Beziehungen geprägt ist, zur Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung beitragen kann.

 

Substanzmissbrauch bei den Eltern: Einige Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben Eltern, die unter Substanzmissbrauch leiden. In anderen Fällen wurde festgestellt, dass Eltern oder Bezugspersonen an weiteren psychischen Problemen litten.

Probleme im Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung beeinträchtigt die Stimmung, die Denkmuster und das Verhalten eines Menschen erheblich und mindert dadurch dessen Lebensqualität. Diese Erkrankung kann in vielen Lebensbereichen – von der schulischen und beruflichen Laufbahn über soziale Beziehungen bis hin zur psychischen Gesundheit – verheerende Folgen haben.

 

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung kann zu folgenden Problemen führen:

  • Schulabbruch

  • Impulsives und riskantes Verhalten

  • Ungewollte Schwangerschaften

  • Sexuell übertragbare Infektionen

  • Verkehrsunfälle und körperliche Auseinandersetzungen

  • Schwere Beziehungskonflikte, Scheidung und Eheprobleme

  • Rechtliche Probleme, wie etwa kriminelles Verhalten oder Inhaftierung

  • Selbstverletzendes Verhalten (Schneiden, Verbrennen usw.)

  • Suizidversuche und häufige Krankenhausaufenthalte

  • Häufiger Arbeitsplatzwechsel oder Verlust des Arbeitsplatzes

  • Verbleiben in schädlichen Beziehungen

 

Zu den psychiatrischen Erkrankungen, die begleitend zur Borderline-Persönlichkeitsstörung auftreten können, gehören:

  • Alkohol- oder Substanzabhängigkeit

  • Depressionen

  • Bipolare Störung

  • Angststörungen

  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

  • Essstörungen

  • Andere Persönlichkeitsstörungen

Was sind die Symptome einer Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Borderline-Symptome äußern sich unter anderem durch Verlustangst, Identitätsunsicherheit und impulsives Verhalten.

 

Zu den Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung gehören:

Starke Verlustangst

Instabile und intensive Emotionen

Identitätsunsicherheit

Impulsives und riskantes Verhalten

Emotionale Schwankungen

Probleme bei der Wutbewältigung

Starke Verlustangst: Ein Hauptsymptom der Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine ausgeprägte Verlustangst. Betroffene neigen dazu, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um Trennung oder Zurückweisung zu vermeiden – seien diese nun real oder nur eingebildet. Als Reaktion auf diese Angst kann es zu Suiziddrohungen oder selbstverletzendem Verhalten kommen.

 

Instabile und intensive Emotionen: Zu den Symptomen kann auch gehören, dass eine andere Person zunächst idealisiert wird, man jedoch plötzlich glaubt, diese Person kümmere sich nicht ausreichend oder verhalte sich grausam. Zudem zählt die Neigung, intensive Beziehungen einzugehen, zu den Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Identitätsunsicherheit: Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung erleben Betroffene rasche und ständige Veränderungen ihrer Kernidentität, ihres Selbstbildes, ihrer Ziele und ihrer Werte. Sie können dazu neigen, sich selbst als „schlecht“ wahrzunehmen oder das Gefühl haben, gar nicht zu existieren.

 

Impulsive und gefährliche Verhaltensweisen: Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung können stressbedingte Episoden von Paranoia und Realitätsverlust erleben, die von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden andauern. Sie neigen möglicherweise zu impulsivem und riskantem Verhalten – etwa Glücksspiel, rücksichtslosem Fahren, ungeschütztem Sex, Essanfällen oder Substanzmissbrauch – oder sabotieren ihren eigenen Erfolg, indem sie beispielsweise abrupt einen guten Job kündigen oder eine positive Beziehung beenden.

 

Emotionale Schwankungen: Betroffene können starke Stimmungsschwankungen erleben, die von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen reichen und mit intensiven Gefühlen wie Glück, Reizbarkeit, Scham oder Angst einhergehen. Begleitend zu diesen Schwankungen kann ein anhaltendes Gefühl der Leere auftreten.

 

Probleme bei der Wutkontrolle: Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben häufig Schwierigkeiten, ihre Wut zu kontrollieren; sie können anderen gegenüber sarkastisch oder schroff auftreten und erleben unangemessene, heftige Wutausbrüche, die bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen reichen können.

Umgang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung und Suche nach Unterstützung
Die Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung können sowohl für die Betroffenen selbst als auch für ihr Umfeld belastend und herausfordernd sein. Selbst wenn sich eine Person mit Borderline-Persönlichkeitsstörung bewusst ist, dass ihre Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen selbstzerstörerisch oder schädlich sind, hat sie oft das Gefühl, diese nicht kontrollieren zu können. Daher ist es unerlässlich, professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen und einen Behandlungsplan einzuhalten.

Neben der psychologischen Behandlung gibt es verschiedene Schritte, die Betroffene unternehmen können, um mit der Erkrankung umzugehen:

Bewusstsein und Eigenverantwortung: Betroffene sollten sich keine Vorwürfe wegen der Störung machen, müssen jedoch ihre Verantwortung im Behandlungsprozess erkennen. Sie sollten sich über das Krankheitsbild informieren – etwa über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten – und versuchen zu verstehen, was ihre Wutausbrüche und impulsiven Verhaltensweisen auslöst.


Beteiligung am Behandlungsprozess: Gemeinsam mit einer Fachkraft für psychische Gesundheit sollte ein Plan für den Umgang mit möglichen künftigen Krisen erarbeitet werden. Ebenso wichtig ist die Stärkung des Unterstützungssystems durch die Einbeziehung enger Familienangehöriger und Freunde in den Behandlungsprozess.


Emotionsregulation und Kommunikation: Betroffene sollten gesunde Grenzen setzen, um sich selbst und andere zu schützen, und lernen, ihre Emotionen angemessen auszudrücken. Sie sollten vermeiden, Vermutungen darüber anzustellen, wie andere über sie denken oder was diese fühlen.


Gesunder Lebensstil und Bewältigungsstrategien: Falls Substanzmissbrauch ein Problem darstellt, sollte eine entsprechende Behandlung begonnen werden. Die Lebensqualität lässt sich durch gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und soziales Engagement verbessern. Entscheidend ist zudem, den Umgang mit intensiven Emotionen durch Bewältigungstechniken – wie Atemübungen und Achtsamkeitsmeditation – zu erlernen.
 

Häufig gestellte Fragen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung

 

Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die bei Betroffenen zu extremen Schwankungen der Stimmung und des Verhaltens führt. Oft hegen die Betroffenen widersprüchliche Gedanken; so können sie eine Person an einem Tag idealisieren und am nächsten befürchten, dass dieselbe Person ihnen schaden könnte. Da ihnen ein stabiles Selbstbild fehlt, erleben sie häufig Identitätsunsicherheit.

 

Was bedeutet „Borderline“?

„Borderline“ leitet sich vom englischen Wort für „Grenze“ oder „Rand“ ab und beschreibt Menschen, die unter dieser Persönlichkeitsstörung leiden. Betroffene zeigen Verhaltensweisen, die sich an einer Grenze bewegen – etwa der rasche Wechsel von der Idealisierung eines Partners hin zur Angst vor ihm oder der Umschwung von einem Zustand großen Selbstvertrauens und Glücks zu Suizidgedanken.

 

Welche Merkmale weist die Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Frauen auf?

Zu beobachten sind unter anderem emotionale Instabilität, ein intensives Streben nach Beziehungen, Angst vor dem Verlassenwerden sowie Tendenzen zur Selbstschädigung. Bei Frauen können sich Emotionen und impulsives Verhalten stärker nach außen richten.

 

Wie äußert sich die Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Männern?

Bei Männern stehen häufig Probleme mit der Impulskontrolle (insbesondere Wut), Substanzmissbrauch und aggressives Verhalten im Vordergrund. Auch manipulative Verhaltensweisen und ausgeprägte Eifersucht in Beziehungen können auftreten.

Was verursacht eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren – wie Traumata oder Vernachlässigung in der Kindheit – trägt zur Entstehung der Störung bei. Besonders häufig liegt eine Vorgeschichte mit unsicherer Bindung vor.

 

Wie wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung behandelt?

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), ist die wirksamste Behandlungsmethode. Bei Bedarf können parallel auch Medikamente in den Behandlungsplan durch einen psychiatrischen Dienst einbezogen werden.

 

Was sind die Merkmale von Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Emotionale Instabilität, intensive und kurzlebige Beziehungen, ein Gefühl der Leere, Impulsivität und eine Neigung zur Selbstschädigung sind die Hauptsymptome. Auch Identitätsunsicherheit und Verlustangst treten häufig auf.

 

Ist Borderline-Persönlichkeitsstörung erblich bedingt?

Eine genetische Veranlagung stellt einen wesentlichen Risikofaktor dar, doch die Störung manifestiert sich im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren. Das Risiko ist bei Personen erhöht, in deren Familie bereits Fälle von BPS aufgetreten sind.

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