Agoraphobie
Agoraphobie ist eine Form der Angststörung. Betroffene fürchten sich davor, Umgebungen zu verlassen, die ihnen vertraut sind oder die sie als sicher empfinden. In schweren Fällen betrachten Menschen mit Agoraphobie ihr Zuhause als den einzigen sicheren Ort und verlassen es womöglich tag-, monate- oder sogar jahrelang nicht. Häufig meiden sie Orte, an denen eine rasche Flucht schwierig erscheinen könnte – etwa Einkaufszentren, öffentliche Verkehrsmittel, weitläufige Flächen (wie Parkplätze) oder geschlossene Räume (wie Theater). Agoraphobie tritt besonders häufig bei Menschen mit Panikstörung auf. Forschern zufolge verläuft eine Panikstörung mit Agoraphobie eher chronisch, während eine Panikstörung ohne Agoraphobie eher in Episoden auftritt.
Was ist Agoraphobie?
Agoraphobie ist eine ernsthafte Angststörung, die durch eine intensive, irrationale Angst gekennzeichnet ist, an einem bestimmten Ort gefangen zu sein oder diesem nicht entkommen zu können. Sie kann starke Angstgefühle in Situationen auslösen, in denen eine Flucht schwierig oder Hilfe nur schwer erreichbar sein könnte. Zu den typischen Situationen oder Orten, die diese Angst hervorrufen, gehören das Warten in einer Schlange (etwa in der Bank oder an der Supermarktkasse), das Sitzen in der Mitte einer langen Sitzreihe im Theater oder Klassenzimmer sowie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie Busse oder Flugzeuge.
Situationen, die bei Menschen mit Agoraphobie Angst auslösen können, sind unter anderem:
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Überfüllte oder geschlossene Räume
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Offene, weitläufige Flächen
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Sich fernab von zu Hause aufhalten
Was verursacht Agoraphobie?
Es gibt verschiedene Theorien zu den möglichen Ursachen der Agoraphobie. Obwohl die genaue Ursache unbekannt ist, geht man davon aus, dass sie auf ein Zusammenspiel biologischer, psychologischer und umweltbedingter Faktoren zurückzuführen ist. So wird beispielsweise extreme Introvertiertheit mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Diagnose einer Agoraphobie in Verbindung gebracht. Auch Menschen mit vermeidenden, abhängigen oder ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen haben möglicherweise ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln. Die psychoanalytische Theorie – die sich darauf konzentriert, wie Menschen auf innere emotionale Konflikte reagieren – beschreibt Agoraphobie als Folge eines Gefühls der Leere, das aus einem ungelösten Ödipuskonflikt resultiert. Obwohl Agoraphobie, wie auch andere psychische Störungen, mit einer Reihe psychologischer und umweltbedingter Risikofaktoren verknüpft ist, kann sie bei manchen Menschen auch durch eine genetische Komponente entstehen.
Was sind die Risikofaktoren für Agoraphobie?
Agoraphobie kann in jedem Alter auftreten; die Symptome zeigen sich jedoch typischerweise zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr, und Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Menschen, die sich selbst als Ziel von Diskriminierung wahrnehmen, gelten als stärker gefährdet, an verschiedenen Angststörungen – einschließlich Agoraphobie – zu erkranken. Auch eine Vorgeschichte mit Panikattacken ist ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Agoraphobie. Umgekehrt besteht für Menschen mit Agoraphobie ebenfalls das Risiko, Panikattacken zu erleiden. Zu den weiteren Angststörungen, die häufig gemeinsam mit Agoraphobie auftreten, gehören die soziale Angststörung (soziale Phobie) und die generalisierte Angststörung. Zusammenfassend lassen sich folgende Risikofaktoren für Agoraphobie nennen: Menschen, die Panikattacken erleben Personen mit einem ängstlichen oder angespannten Temperament Personen mit einer familiären Vorbelastung durch Agoraphobie oder Panikstörung Belastende Lebensereignisse wie Missbrauch, der Tod eines Elternteils, ein tätlicher Angriff oder Mobbing im Kindesalter Umweltbedingte Stressfaktoren, einschließlich Traumata (körperlicher oder emotionaler Art), Arbeitslosigkeit und niedrigem sozioökonomischen Status Das Vorhandensein anderer Phobien
Zu den wichtigsten Faktoren, die zur Entstehung der Angst vor offenen Plätzen beitragen können, gehören:
Traumatische Ereignisse: Frühere traumatische Erlebnisse können bei der Entstehung einer Agoraphobie eine Rolle spielen. Beängstigende oder gefährliche Situationen, insbesondere an überfüllten Orten oder auf großen, offenen Flächen, können derartige Ängste auslösen.
Panikattacken: Agoraphobie geht häufig mit einer Panikstörung oder anderen Angstformen einher. Betroffene verspüren Angst bei dem Gedanken, an großen oder überfüllten Orten von anderen beobachtet oder beurteilt zu werden, und können Panikattacken erleiden.
Genetische Veranlagung: Genetische Faktoren können bei der Entstehung von Agoraphobie und anderen Angststörungen eine Rolle spielen. Eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen, an Agoraphobie zu erkranken.
Biologische Faktoren: Agoraphobie kann bisweilen durch biologische Faktoren, wie etwa ein Ungleichgewicht im Gehirnstoffwechsel, beeinflusst werden. Solche chemischen Veränderungen können die Entwicklung von Angststörungen begünstigen.
Angst vor Kontrollverlust: Agoraphobie kann mit der Angst vor einem Kontrollverlust verbunden sein. Betroffene können in Panik geraten, wenn sie befürchten, sich in einer bestimmten Umgebung nicht mehr unter Kontrolle zu haben oder nicht entkommen zu können. Dies wird auch als Angst vor offenen Plätzen (Agoraphobie) bezeichnet.
Was sind die Symptome einer Agoraphobie?
Das Hauptsymptom der Agoraphobie ist die Angst vor bestimmten Situationen, aus denen eine Flucht schwierig oder unmöglich sein könnte.
Zu den typischen Situationen, die bei Menschen mit Agoraphobie Angst auslösen, gehören:
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Warten in Warteschlangen
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Menschenansammlungen
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Restaurants
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Kinos
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Termine
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Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
Angst kann sich auf vielfältige Weise körperlich äußern, und jeder Mensch erlebt sie anders. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Symptomen, die mit Agoraphobie einhergehen können.
Dazu gehören unter anderem:
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Herzrasen
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Angst- oder Beklemmungsgefühle
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Schlafstörungen, Müdigkeit Konzentrationsschwierigkeiten
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Übermäßiges Schwitzen
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Mundtrockenheit
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Atembeschwerden
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Brustschmerzen
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Zittern
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Übelkeit und Durchfall
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Drang, der Situation zu entfliehen
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Schwindel
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Schluckbeschwerden
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Gefühl, in Ohnmacht zu fallen
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Todesangst
Die Symptome einer Agoraphobie können von Person zu Person variieren und unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Zusammengefasst gehören zu den häufigsten Symptomen, die bei vielen Betroffenen auftreten:
Angst vor offenen Plätzen oder Menschenansammlungen: Betroffene können intensive Angst davor verspüren, sich an Orten wie offenen Flächen, stark frequentierten Plätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Einkaufszentren aufzuhalten.
Vermeidungsverhalten: Es besteht oft die Tendenz, gefürchtete Orte zu meiden oder sich dort nicht über längere Zeit aufzuhalten. Panikattacken: Es kann die Befürchtung bestehen, an einem gefürchteten Ort oder in einer angstbesetzten Situation eine Panikattacke zu erleiden. Zu den Symptomen einer Panikattacke zählen unter anderem Atemnot, Herzrasen, Schwitzen und Schwindel.
Abhängigkeit: Menschen mit Agoraphobie fühlen sich oft nur dann sicher, wenn sie von einer Vertrauensperson begleitet werden oder in einer vertrauten, geschützten Umgebung bleiben.
Soziale Isolation: Angst und Vermeidungsverhalten können das soziale Leben einschränken und zur Isolation führen, da die Betroffenen es oft vermeiden, ihre sichere Umgebung zu verlassen.
Häufig gestellte Fragen zur Agoraphobie
Was bedeutet der Begriff Agoraphobie?
Der Begriff „Agoraphobie“ lässt sich wörtlich als „Angst vor offenen Plätzen“ übersetzen. Menschen mit Agoraphobie fürchten sich möglicherweise vor Situationen wie dem Verlassen des eigenen Zuhauses, dem Aufenthalt an öffentlichen Orten, dem Besuch von Einkaufszentren oder Geschäften sowie dem Aufenthalt in Menschenmengen. Infolgedessen meiden sie diese Orte womöglich oder empfinden dort starke Angst.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen COVID-19-Beschränkungen und Agoraphobie?
Für manche Menschen mit Agoraphobie waren die Auswirkungen der Quarantäne- und Kontaktbeschränkungen, die zur Eindämmung von COVID-19 eingeführt wurden, ein wichtiges Thema. Nach Angaben der *Anxiety and Depression Association of America* haben die Lebensumstände während der Pandemie – insbesondere bei Menschen mit Panikstörung – die Symptome wahrscheinlich verschlimmert oder bei Personen, die bereits Behandlungsfortschritte erzielt hatten, zu Rückschlägen geführt.
Kann man Agoraphobie vorbeugen?
Da sich Agoraphobie oft als Angstreaktion auf die Befürchtung entwickelt, eine Panikattacke zu erleiden, konzentrieren sich Präventionsstrategien meist darauf, Wege zu finden, mit der Angst vor einer möglichen erneuten Attacke außerhalb des eigenen Zuhauses umzugehen. Psychologische Behandlungsmethoden für Agoraphobie werden häufig auch eingesetzt, um deren Entstehung zu verhindern. Andererseits lässt sich Agoraphobie durch bestimmte Änderungen der Lebensweise positiv beeinflussen, zum Beispiel durch: Verzicht auf Alkohol, Drogen und Koffein Eine gesunde und ausgewogene Ernährung Regelmäßige körperliche Betätigung Durchführung von Atemübungen
Welche Selbsthilfetipps gibt es bei Agoraphobie?
Der Schlüssel zur Überwindung der Agoraphobie liegt darin, zu lernen, die Angstsymptome zu kontrollieren und sich den angstauslösenden Situationen zu stellen. Für die Behandlung von Agoraphobie ist es unerlässlich, einen Psychologen zu konsultieren; es gibt jedoch auch Selbsthilfemaßnahmen, die Betroffene eigenständig anwenden können. Diese sind:
Die Atmung sollte langsam erfolgen: Hyperventilation – also sehr schnelles und flaches Atmen – kann die Symptome einer Panikattacke verschlimmern. Es ist wichtig, die Atmung zu verlangsamen. Bei jedem Atemzug sollte der Fokus eher auf der Ausdehnung des Bauches als auf der des Brustkorbs liegen.
Entspannungstechniken sollten angewendet werden: Empfehlenswert sind Übungen zur progressiven Muskelentspannung sowie regelmäßige körperliche Aktivität. Regelmäßiger Sport kann nachweislich das Angstniveau senken. Für weitere Informationen und Ratschläge sollte ein Psychologe konsultiert werden.
Man sollte sich über das eigene Krankheitsbild informieren: Die Überwindung von Agoraphobie setzt voraus, dass man versteht, wie sich Angst auf Körper und Geist auswirkt.
Die Konfrontation kann schrittweise gesteigert werden: Dabei setzt man sich der gefürchteten Umgebung auf kontrollierte Weise aus. Durch regelmäßiges Üben nimmt die Angst vor dem jeweiligen Ort oder der Situation ab. Diese Methode ist auch als systematische Desensibilisierung bekannt.

